Einfache Wege für eine smartere Stadt

Der Begriff Smart City ruft meist Bilder von supermodernen Städten mit selbstfahrenden Autos, makellosen Straßen und geräuschlos dahingleitenden Transportmitteln hervor. Das mag für einige, in verschiedenen Teilen der Welt neu entstandene Städte stimmen, aber auch an Orten, die schon seit Jahrzehnten Teil unseres Lebens sind, lassen sich wirklich große Veränderungen erzielen.

Technologien, die Städte tatsächlich smarter machen, verändern nicht einmal das Stadtbild. Es besteht also nicht die Gefahr, dass wir irgendwann in einer futuristischen Großstadt à la Metropolis oder Blade Runner enden werden. Wie so oft, ist die beste Technologie nicht diejenige, die sofort ins Auge fällt, sondern die lautlos im Hintergrund unser Leben erleichtert.

Hier einige Beispiele für Innovationen, die bereits einige Städte smarter machen und so das urbane Leben verbessern.

 

1. Energieeffizienz

In vielen Haushalten gibt es schon intelligente Energiesparlösungen, etwa in Form von Messgeräten, mit denen sich die Energienutzung optimieren lässt. Auf diese Weise verbraucht man weniger Energie und schont gleichzeitig die Umwelt, da weniger Energie erzeugt werden muss.

Das gleiche Konzept lässt sich auch auf ganze Städte übertragen. Heute sind wir durch die Vernetzung von Geräten in der Lage, Daten in großem Stil zu erfassen und zu analysieren, um Einsparungsmöglichkeiten zu erkennen. Automatisierte Straßenbeleuchtung, die sich nur bei Bedarf einschaltet, und die Installation von Solarzellen auf älteren Gebäuden zur Begrenzung des Energieverbrauchs sind nur zwei Beispiele von vorhandenen Technologien, deren volles Potenzial mit Big Data noch besser ausgeschöpft werden kann.

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2. Digitales Parken

Mit dem Bevölkerungswachstum und der steigenden Anzahl von Menschen, die in Städten leben, wird das Parken zu einem dringlichen Problem. Straßen können nicht einfach verbreitert werden, wenn sie von Gebäuden umgeben sind. Es gibt jedoch innovative Lösungen, die sowohl den Städten als auch

deren Bewohnern zugutekommen und die Art, wie wir in Städten parken, revolutionieren können.

Da ist zum Beispiel EasyPark. Mit der App wird der gesamte Parkvorgang von der Parkplatzsuche bis zur Entrichtung der Parkgebühr extrem vereinfacht. Das klingt zunächst simpel, aber dahinter verbirgt sich ein extrem komplexes technisches System. Die App analysiert gigantische Datenmengen auf der Basis von jahrelang gesammelten Informationen und kann so ermitteln, wo sich die beste Parkmöglichkeit befindet. Der Autofahrer zahlt bequem mit dem Handy und muss keinen Parkautomaten mehr zu suchen oder sich über abgelaufene Parkscheine Gedanken machen, da die Parkdauer problemlos verlängert werden kann.

Mit der digitalen Plattform Parking Dashboard erhalten City-Manager und verantwortliche Stellen für Infrastruktur und Mobilität die Möglichkeit, Parkmuster über einen längeren Zeitraum zu erkennen. So erleichtern sie das Leben der Stadtbewohner und reduzieren durch Verkürzung der Parkplatzsuche den Schadstoffausstoß. Je digitalisierter der Parkraum und die Infrastruktur in einer Stadt sind, desto mehr Informationen stellt das Parking Dashboard bereit. Wenn eine Stadt in ein voll digitalisiertes Parksystem investiert, kann die Plattform enorme Datenmengen liefern, von denen die Stadt und die Einwohner langfristig profitieren.

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3. Smart Security

Nahezu jedes moderne Smartphone hat eine Kamera, die in der Lage ist, selbst in schwierigen Lichtverhältnissen Bilder mit hoher Auflösung zu machen. Inzwischen nutzt auch die Sicherheitsbranche diese Technik in Videoüberwachungsanlagen und setzt immer öfter Tracking- und moderne Geräuscherfassungssysteme ein.

Machen Sie sich jedoch keine Gedanken darüber, dass man Sie rund um die Uhr beobachten und abhören könnte. Das ist nicht der Sinn und Zweck. Es geht vielmehr darum, vorhandene Systeme mit dieser smarten Technologie zu ersetzen, damit im Falle eines Verbrechens Bild- und Tonaufnahmen von hoher Qualität vorliegen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es nach Analyse der Aufnahmen zu einer Festnahme kommt, denn es versteht sich von selbst: Auf einem unscharfen Bild lässt sich ein Täter nur schwer identifizieren.

Darüber hinaus sind Kameras mittlerweile auch in der Lage, Verhaltensmuster zu erkennen, ein Fortschritt, der ebenfalls der Analyse und Umsetzung von Big Data zu verdanken ist. Dadurch können sich beispielsweise Behörden auf eine potenzielle Gefahrenlage einstellen, bevor diese eskaliert. Wenn sich solche Situationen vermeiden lassen, ist das in jedem Fall besser für die Einwohner einer Stadt, als erst im Nachhinein zu reagieren.

 

Das sind nur einige Beispiele, die zeigen, wie technischer Fortschritt und qualifiziertere Analysekompetenz das urbane Leben überall auf der Welt besser machen können. Tatsache ist, die meisten Menschen werden nicht in eine Stadt ziehen, die speziell als Smart City errichtet wurde, sondern weiterhin in ihrem vertrauten und geliebten Umfeld leben. Smarte Technologie macht Städte lebenswerter. Es ist oft die Verbindung von Altem und Neuem, die die wahre technische Revolution ausmacht.